Förderpreis

Verein zur Förderung des Instituts für soziale Bewegungen e.V.

Förderpreis

Für hervorragende Studien zur Geschichte der Arbeiterbewegung und verwandter sozialer Bewegungen vergibt der Verein im Turnus von zwei Jahren einen Nachwuchsförderpreis dotiert mit 2.000 Euro zweckbestimmt für die Drucklegung einer Publikation auf den Themenfeldern Arbeiter- und Arbeiterbewegungsgeschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie Geschichte der sozialen Bewegungen. Der Preis wurde erstmalig im Jahr 2011, vom Vorstand des Fördervereins nach Begutachtung durch die Geschäftsführung des Instituts für soziale Bewegungen, vergeben.

Den ersten Förderpreis erhielt Frau Yong-Suk Jung als Auszeichnung für ihre hervorragende Dissertation auf dem Gebiet der Sozial- und Arbeiterbewegungsgeschichte.
Aus den Händen des Vorsitzenden Prof. Dr. Günter Brakelmann nahm Frau Yong-Suk Jung den Förderpreis auf der Mitgliederversammlung des Vereins am 7.11.2011 in Bochum entgegen. Frau Jung erhielt die Auszeichnung für ihre geschichtswissenschaftliche Dissertation über „Familien im Ruhrgebiet in der Nachkriegszeit“, die von dem kürzlich verstorbenen Prof. Dr. Klaus Tenfelde betreut worden ist. Frau Jung verfolgt darin den nach Ende des Zweiten Weltkrieges einsetzenden Wandel der Familienbildung im Ruhrgebiet bis in die jüngste Vergangenheit. Ausgehend von den durch den Krieg verursachten Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur des Ruhrgebiets untersucht sie unter anderem den Zusammenhang der Wohnungssituation von Bergarbeitern mit deren Familienplanung. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen jedoch die Auswirkungen des Strukturwandels auf die Familienbildung im Ruhrgebiet, wie sie zum Beispiel aus den zunehmenden Erwerbsmöglichkeiten für Frauen resultierten. So leistet Frau Jung einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der bisher wenig bekannten sozialen Aspekte des Strukturwandels, der bisher vor allem ökonomisch beeinflusst verstanden worden ist.
Die Untersuchung erschien 2015 im Klartext-Verlag in der Reihe Veröffentlichungen des Instituts für soziale Bewegungen, Schriftenreihe A: Darstellungen, Band 54.

Zur Person:
Yong-Suk Jung hat nach einem Geschichtsstudium mit Magisterabschluss in Südkorea von 1997 bis 2000 an der Ruhr-Universität Geschichte studiert und abschließend ihr Promotionsstudium aufgenommen, dass sie im Mai 2011 abgeschlossen hat. Aktuell ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Korea Women Studies Institute in Seoul und Dozentin an zwei südkoreanischen Universitäten.