Bestandbeschreibung

Bestand Imig, Heinrich

Bestandsname

Imig, Heinrich

 

Bestandskürzel

Imig, Heinrich

 

Provenienz

Lütkestratkötter, Karin

 

Bestandsbildner

Heinrich Imig (anderer Name Heinrich Gottlieb Imig), geboren am 23.7.1893 in Essen-Steele, gestorben am 24.2.1956 in Castrop-Rauxel, Konfession katholisch, dann konfessionslos, war ein deutscher Gewerkschafter.

Er war Sohn von Josef Imig und Helene Imig, geborene Hardick. Der Vater hatte im Bergbau als Schießmeister gearbeitet, die Eltern betrieben aber auch eine Wäscherei.

Seit dem 8. Februar 1919 war Heinrich Imig mit Therese Petter verheiratet, das Paar hatte zwei Töchter, darunter Lieselotte, verheiratete Nimser.

Heinrich Imig besuchte die Volksschule in Essen-Steele und das dortige Gymnasium bis zur Untersekunda, musste dieses jedoch aufgrund wirtschaftlicher Probleme abbrechen.

Imig arbeitete kurzzeitig in der elterlichen Wäscherei und begann dann im August 1911 als Volontär im Bauunternehmen Buthe, welches im September 1912 in Konkurs ging. Von Oktober 1912 bis Oktober 1913 arbeitete er als Rettungsschwimmer für die städtische Bäderverwaltung Essens, ab Oktober 1913 dann als Bergmann auf der Schachtanlage Friedrich-Ernestine in Essen-Stoppenberg.

Von Oktober 1914 bis November 1918 kämpfte Imig im 5. Garde-Regiment zu Fuß im Ersten Weltkrieg. Nach der Auflösung des Regiments im Dezember 1918 arbeitete Imig bis zum Dezember 1922 wieder in der elterlichen Wäscherei, danach wieder im Bergbau.

Imig muss zu jener Zeit bereits Mitglied der Sozialdemokratischen Partei und der Bergarbeitergewerkschaft gewesen sein. 1926 wurde er zum Betriebsrat gewählt, bald danach zum Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats der Schächte der Zeche Zollverein. In dieser Eigenschaft war er auch Mitglied des Aufsichtsrats der Muttergesellschaft der Zeche, der Vereinigten Stahlwerke AG (VESTAG). Am 1. Dezember 1929 wurde Imig hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär beim Verband der Bergbau-Industriearbeiter. Am 30. Juni 1933 wurde er aufgrund seiner "staats- und wirtschaftsfeindlichen Einstellung" entlassen. Zunächst erwerbslos, übernahm er ab Juli 1934 als Selbstständiger die Vertretung einer Brotfabrik, bis er im September 1939 zur Luftschutzpolizei eingezogen wurde, der er bis Kriegsende angehörte.

Nach 1945 war Heinrich Imig in kurzer Abfolge Leiter des Straßenverkehrsamtes in Castrop-Rauxel, ernannter Zweiter kommissarischer Bürgermeister, 1946 gewählter Erster Beigeordneter und schließlich seit November 1946 Stadtdirektor von Castrop-Rauxel. 1949 wurde er für die SPD in den ersten deutschen Bundestag gewählt.

Die kommunale Tätigkeit legte Imig 1948 nieder, als er zum zweiten Vorsitzenden der Industriegewerkschaft Bergbau (IGBE) gewählt wurde. Nach seiner Wahl zum Ersten Vorsitzenden am 24. Juli 1953 verzichtete er zudem auf eine erneute Kandidatur zum Bundestag. Stattdessen wurde er im August 1954 zum Präsidenten des Internationalen Bergarbeiterverbandes (IBV) gewählt. Als Abgeordneter des Deutschen Bundestages war er auch Mitglied der Gemeinsamen Versammlung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS).

 

Überlieferungsgeschichte

Die jetzt im Archiv befindlichen Archivalien waren bislang im Besitz der Nachfahren Heinrich Imigs. Sie wurden über seine Tochter Lieselotte, verheiratete Nimser, und deren Tochter Karin Lütkestratkötter überliefert und an das Archiv gegeben. Letztere wird daher als jüngste Stelle, bei der das Archivgut formiert wurde, als Provenienzstelle, geführt. Das Archiv empfing die Unterlagen in zwei Übergaben am 15.04.2014 mit der Akzessionsnummer AKZ 2014/5 und am 11.07.2016 mit der Akzessionsnummer AKZ 2016/7.

 

Überlieferungssituation

Die übernommenen Dokumente bilden keinen geschlossenen Bestand, weder die private noch berufliche Entwicklung Imigs lassen sich aus den Dokumenten nachvollziehen. Es handelt sich mehr um vereinzelte Memorabilien wie Einladungsschreiben, Mitgliedsausweise etc.

Mit zum Bestand gehörten ein Fotoalbum und einzelne Fotografien. Diese sind separat erschlossen und dem fotografischen Selekt im Archiv zugeordnet.

Drei Filme, die unter der Akzessionsnummer AKZ 2014/5 an das Archiv gelangten, wurden am 04.05.2017 an das LWL Medienzentrum abgegeben.

 

Inhalt

1 Fotoalbum, 10 persönliche Dokumente, drei Anschreiben, eine Mappe mit Nachrufen, ca. 150 Fotografien. Die Bilder zerfallen in drei Gruppen: die erste Gruppe zeigt einerseits die ältere Familiengeschichte, insbesondere betreffen sie den ersten Ehemann von Helene Imig, Franz Kipke, sowie dessen Angehörige. Die zweite Gruppe von Bildern stammt aus der Bildstelle des Deutschen Gewerkschaftsbundes und zeigt Aufnahmen Imigs zumeist im Zusammenhang mit Kongressen der IGBE. Bei der dritten Gruppe handelt es sich um Amateuraufnahmen Imigs in gewerkschaftlichen Zusammenhängen, insbesondere bei seiner Japanreise. Einige wenige Bilder zeigen Imig im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit für den IBV.

Neben den schon erwähnten vereinzelten persönlichen Dokumenten gehört zum Bestand eine Verzeichnungseinheit mit Nachrufen auf Imig und Berichten zur Einweihung der Heinrich-Imig-Straße in Castrop-Rauxel.

 

Gesamtlaufzeit

1914 – 1956 / 2013

 

Umfang

ca. 150 Fotografien, 20 Verzeichnungseinheiten mit schriftlichen Dokumenten

 

Sprache

überwiegen deutsch

 

Erschließungszustand

voll erschlossen

 

Ordnungsgrundsätze

Aufgrund der geringen Anzahl von Archivalien wurde der Bestand auch virtuell lediglich nach Fotografien und schriftlichen Dokumenten nachträglich im Archiv geordnet.

 

Literatur

Malettke, Klaus, "Imig, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 157 [Online-Version].

Weitere Angaben zur Biografie wurden einem maschinenschriftlichen, von Imig gezeichnetem Lebenslauf entnommen, der sich in der Bestandsakte befindet.

 

Zugänglichkeit

Der Bestand ist frei zugänglich