Industrial Heritage in South Wales and the Ruhr

Industrial Heritage in South Wales and the Ruhr

Interdisziplinäres Lehrprojekt (WS 14/15 und WS 15/16)

Flyer  



                 

Industriekultur als Faktor von Identitätsbildung?
Wer im Ruhrgebiet auf den fast schon allgegenwärtigen Begriff der Industriekultur stößt, denkt zumeist an kulturelle Events wie „RUHR.2010“ oder an die jährlich stattfindende „ExtraSchicht“. Doch wie kam es zu einer derartigen Konjunktur wiederaufbereiteter (schwer)industrieller Räume? Das Ruhrgebiet – einst einer der bedeutendsten montanindustriellen Standorte – blieb in den Köpfen der meisten Menschen trotz des bereits in den 1960er Jahren einsetzenden Strukturwandels meist als „schwarze Lunge“ Deutschlands mit rauchenden Schloten und rußgeschwärzten, malochenden Kumpel verankert. Heute gibt die Verbindung aus ebenjener schwerindustriellen Vergangenheit und modernen Gegenwartskünsten dem „Ruhrpott“ seine unverwechselbare Identität.

Vergleichende transnationale Geschichte: Ruhrgebiet und Südwales
Auch in Großbritannien, Geburtsland der industriellen Revolution, trugen industriekulturelle Bemühungen zu regionalen und nationalen Identitätsbildungen bei. In diesem Zusammenhang bietet das Projekt im Rahmen eines zweisprachigen semesterbegleitenden Seminars die Möglichkeit, den industriekulturellen Entwicklungen in transnational vergleichender Perspektive nachzuspüren. Ein fünftägiger Forschungsaufenthalt an der Swansea University in Südwales – einer Region, die für die Industrialisierung Großbritanniens einst eine bedeutende Rolle spielte, ermöglicht darüber hinaus eine direkte Gegenüberstellung des Erforschten mit den industriellen Hinterlassenschaften einer vergleichbaren europäischen Region. Ein Gegenbesuch der südwalisischen Studierenden, bei dem gemeinsam einschlägige industriekulturelle Stätten des Ruhrgebiets erkundet werden, bietet neben dem unmittelbaren Vergleich der Regionen die Möglichkeit, die (Wahl-) Heimatregion einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten und diese mit den angereisten Studierenden auf wissenschaftlicher Ebene zu erörtern.

WICHTIGE INFORMATION:
B.A.-Studierende aller Fachrichtungen (ab 3. Fachsemester) mit einem ausgeprägten Interesse an geschichtswissenschaftlichen Methoden und Fragestellungen bzw. an vergleichender transnationaler Forschung zu industriekulturellen Entwicklungen können das Modul im WS 14/15 und im WS 15/16 über den Optionalbereich belegen
(Flyer und ausführliche Informationen zum Modul).

Für Studierende der Geschichtswissenschaft besteht überdies die Möglichkeit, Seminar, Forschungsaufenthalt und Gegenbesuch im Rahmen des „normalen“ Lehrplans des Historischen Instituts zu belegen. Melden Sie sich hierzu für das Hauptseminar „Industriekultur im Ruhrgebiet und in Südwales im Vergleich" an (weitere Informationen).

Entsprechend der beiden zu vergleichenden Länder werden die Seminarsitzungen abwechselnd auf Englisch und Deutsch abgehalten – gute Englischkenntnisse werden somit vorausgesetzt.

Für Fragen oder weitere Informationen wenden Sie sich bitte an
Alrun Berger.

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Bildnachweise von links nach rechts: Landschaftspark Duisburg-Nord, 2004 (Horst Zielske),  Trinkhalle Zeche Lothringen, Bochum 1961 (Anton Tripp), Zeche Zollverein, Schacht 12, 2013 (Marcel Doliwa).