2. Bochumer Disput

2. Bochumer Disput

Freihandel und fairer Lohn weltweit? Möglichkeiten und Grenzen nachhaltiger Produktion

Bis heute fehlt ein verbindliches internationales Regelwerk zur Durchsetzung sozialer und ökologischer Mindeststandards in einer globalisierten Welt. Wie aber kann Globalisierung gestaltet werden, dass sie den größtmöglichen Nutzen für möglichst alle Menschen auf der Welt hat?
Liegt die Lösung in der freiwilligen Übernahme von sozialer Verantwortung durch global operierende Unternehmen und in nachhaltiger Unternehmensführung? "Auf Dauer wird sich kein Unternehmen seiner globalen Verantwortung entziehen können", betont der Rat für Nachhaltige Entwicklung. Aber woran orientiert sich die globale Verantwortung der Unternehmen? An Regeln, die nachvollziehbar für alle gelten, oder an individuellen freiwilligen Maßnahmen der Unternehmen?
Wo die einen ein neues Leitbild unternehmerischen und politischen Handels sehen, das die Weltwirtschaft „nachhaltig“ verändern wird, d.h. sozialer, ökologischer und gerechter gestaltet, sehen andere PR Kampagnen und mehr Schein als Sein. Der zweite Bochumer Disput nimmt die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen am Ende globaler Produktionsnetzwerke näher in den Blick. Der Globalisierungskonflikt spiegelt sich in den Auseinandersetzungen zwischen transnationalen Unternehmen, ArbeiternehmerInnen, Gewerkschaften, NGOs und schließlich den hiesigen KonsumentInnen wieder: Während KonsumentInnen in Europa und Deutschland von den billigen Preisen vieler Konsumgüter profitieren, sind die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen in den meist in Asien angesiedelten Lieferbetrieben oft verheerend. Als Reaktion darauf sind transnationale Kooperationen zwischen Gewerkschaften und sozialen Bewegungen entstanden, die sich für die Einhaltung internationaler Kernarbeitsnormen einsetzen. Gleichzeitig verpflichten sich immer mehr Unternehmen zur Einhaltung sozialer und ökologischer Standards in ihren Lieferketten. Der Disput beleuchtet diese Debatte um die Einhaltung und Kontrolle internationaler Arbeitsstandards in globalen Lieferbetrieben mit Schwerpunkt auf Asien und dessen Effekte auf die Situation in den Fabriken aus der Perspektive der Wissenschaft, Gewerkschaften, Nichtregierungsorganisationen und der Wirtschaft.

Folgende Fragen werden u.a diskutiert:

  • Wie effektiv ist die Regulierung von Arbeitsbedingungen durch transnationale Unternehmen?
  • Wie hat sich die Situation der Arbeiter in den letzten zehn Jahren in den Konsumgüterindustrien verändert?
  • Wie hat sich die Situation der Arbeiter in den letzten zehn Jahren in den Konsumgüterindustrien verändert?
  • Welche Maßnahmen ergreifen deutsche Gewerkschaften und NGOs zur Verbesserung der Situation der Arbeiter in Produktionsländern?

Begrüßung und einleitende Thesen:
Klaus Priegnitz (IGM)
Manfred Wannöffel (RUB)

Es diskutieren:
  • Monika Kemperle, Assistant General Secretary, IndustriALL Global Union, Genf
  • Ludger Pries, Lehrstuhls für Soziologie / Organisation, Migration, Mitbestimmung, Ruhr-Universität
  • Oliver Pye, Stiftung Asienhaus, Köln
  • Heiner Köhnen, TIE, Internationales Bildungswerk, Frankfurt
  • Stefan Wengler, Geschäftsführer Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels (AVE); Business Social Compliance Initiative
  • Moderation: Sabrina Zajak (RUB)

Termin und Veranstaltungsort

08.06.2015 18-20 Uhr
Ruhr-Universität Bochum, Institut für soziale Bewegungen


Veranstaltungsreihe

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